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Fideris
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Fideris (walserdeutsch []; rĂ€toromanisch )cite-ref-5[5] ist ein Dorf im mittlern PrĂ€ttigau mit je eigner BĂŒrgergemeinde, reformierter Kirchgemeinde und politischer Gemeinde. Diese gehört zur Region PrĂ€ttigau/Davos (bis 2001 zum Bezirk Oberlandquart) des Schweizer Kantons GraubĂŒnden.
Contents
âą Geographie
âą Geschichte
âą Fideris-Bad
âą Wappen
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Politik
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Die Gemeinde liegt auf der sĂŒdlichen Seite des mittleren PrĂ€ttigaus. Neben der Hauptsiedlung, dem kreuzförmig angelegten Strassendorf Fideris auf einer Terrasse oberhalb der MĂŒndung des Arieschbaches in die Landquart, umfasst sie die Fraktionen Strahlegg jenseits des Arieschtobels und Fideris-Au in der Sohle des Haupttales.
Das Territorium deckt sich weitgehend mit dem Einzugsgebiet des Arieschbaches und erstreckt sich von der Landquart im Norden bis zur Wasserscheide gegen das Schanfigg. Der halbkreisförmige Talschluss wird von den ausgedehnten Alpen der Fideriser Heuberge eingenommen, dahinter erheben sich die Gipfel von Mattjisch Horn (2461 m ĂŒ. M.) und Chistenstein (2473 m, höchster Punkt der Gemeinde). Nach Peist bzw. Langwies fĂŒhren mehrere Saum- und Fusspfade: der Faninpass, die Arflinafurgga und das Strassberger FĂŒrggli.
Vom gesamten Gemeindeareal von 2532 ha sind 1538 ha landwirtschaftliches Nutzgebiet (fast 92 % davon Alpwirtschaften). Weitere 698 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt. Insgesamt 227 ha sind unproduktive FlÀche (meist Gebirge) und die restlichen 69 ha SiedlungsflÀche.
Geschichte
Die Siedlung wurde 1370 als Fidris erstmals erwĂ€hnt.cite-ref-hls-6-0[6] Im östlichen Dorfteil Madinis wurde eine 25 cm lange Lanzenspitze aus der SpĂ€tbronzezeit gefunden. Im SpĂ€tmittelalter lag bedeutender Grundbesitz bei der Propstei St. Jakob in Klosters (ein Hof mit zwölf GĂŒtern) und beim Bistum Chur. Die Siedlung liegt an der frĂŒheren Talstrasse, welche die hochwassergefĂ€hrdete Talsohle mied und von Jenaz ĂŒber Fideris Dorf und Strahlegg nach KĂŒblis fĂŒhrte. Die Burg Strahlegg beim gleichnamigen Weiler an der alten Talstrasse Fideris-KĂŒblis stammt aus der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts, gehörte im 14. Jahrhundert den Straiff, ab 1403 den Grafen von Toggenburg und wurde im 15. Jahrhundert verlassen. Die Hoheitsrechte lagen bei der Herrschaft Castels. 1436 trat Friderich als Teil des Gerichts Castels dem Zehngerichtenbund bei.cite-ref-hls-6-1[6]
Die 1443 erwĂ€hnte Kirche St. Gallus war bis zur Reformation um 1530 Teil des Pfarrsprengels St. Johann in Schiers und wurde dann bis 1641 von Jenaz aus versorgt. Die im 14. Jahrhundert zugewanderten Walser grĂŒndeten die Siedlung Tarnuz auf 1900 m ĂŒ. M. Um 1530 war die Germanisierung abgeschlossen. Das 1464 urkundlich erwĂ€hnte Bad Fideris wurde 1545 durch Wildwasser zerstört und vom österreichischen Landvogt Peter Finer wieder aufgebaut. In Betrieb bis 1939, war es das bedeutendste Mineralbad des PrĂ€ttigaus. Im Jahr 1895 waren 240 GĂ€ste gleichzeitig anwesend. 1967 wurde es samt Quellen verschĂŒttet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts dominierte die auf Selbstversorgung ausgerichtete Landwirtschaft, dann vor allem Viehzucht. Anfang des 21. Jahrhunderts spielt die dank ausgedehnten WaldflĂ€chen blĂŒhende Forstwirtschaft mit gemeindeeigener SĂ€gerei immer noch eine grosse Rolle. Das 1947 gegrĂŒndete Spanplattenwerk Fideris AG stellte seine Produktion 2002 ein. 2000 arbeiteten ca. 12 Prozent der in Fideris ErwerbstĂ€tigen im ersten Erwerbssektor. Der Wintertourismus in den Fideriser Heubergen â im FrĂŒhling und Herbst Schiessplatz der Armee â bietet weitere Erwerbsmöglichkeiten.cite-ref-hls-6-2[6]
Fideris-Bad
â
Hauptartikel
:
Bad Fideris
Das rund 2 Kilometer sĂŒdlich von Fideris am Arieschbach gelegene, 1464 erwĂ€hnte Bad Fideris entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum bedeutendsten Mineralbad GraubĂŒndens. Bei der einstigen Heilquelle handelte es sich um einen natrium- und eisenhaltigen SĂ€uerling. Nachdem der Kurbetrieb bereits 1939 aufgegeben wurde, zerstörte 1967 eine RĂŒfe die GebĂ€ude und verschĂŒttete die Quelle. Heute fĂŒhrt ein Rundweg zu diesem Lostplace. Ein abgekĂŒrzter Fahrweg ab der steilen Bergstrasse auf die Fideriser Heuberge ist im Sommer bewilligungspflichtig und mit GebĂŒhren am Dorfeingang lösbar. Im von schmucken BĂŒrgerhĂ€usern geprĂ€gten Fideriser Dorfkern setzt der Gourmet-Tourismus die Tradition von Bad Fideris fort.
Wappen
Bevölkerung
Die Bevölkerung nahm durch Auswanderung zwischen 1850 und 1910 massiv ab (1850â1910: â23,0 %). In den 1910er-Jahren folgte ein erster Wachstumsschub, dann ein Jahrzehnt lang eine Stagnationsphase. Zwischen 1930 und 1960 kam es zu einem erheblichen Zuwachs der Bevölkerung (1930â1960: +35,2 %). Bis 1990 gab es Zeiten der Stagnation, von BevölkerungsrĂŒckgang und starkem Wachstum. Insgesamt gesehen stieg die Bevölkerungszahl mĂ€ssig an (1960â1990: +6,7 %) â um danach in den 1990er-Jahren zu stagnieren. Seit dem Jahr 2000 wĂ€chst die Einwohnerzahl wieder leicht an.
| Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] | Bevölkerungsentwicklung [ 6 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1850 | 1910 | 1930 | 1960 | 1980 | 1990 | 2004 | 2020 | |
| Einwohnerzahl | 460 | 354 | 406 | 549 | 492 | 586 | 599 | 595 | |
Sprachen
Im frĂŒhen Mittelalter sprach die Bevölkerung der Gemeinde noch rĂ€toromanisch; der romanische Ortsname lautet Fadrein. Im 14. Jahrhundert wanderten Walser zu, deren Anwesenheit auf Tarnutz seit 1389 bezeugt ist.cite-ref-grc-7-0[7] Zur Zeit der Reformation war die Germanisierung bereits abgeschlossen. Einzige Amtssprache der Gemeinde ist Deutsch. Die Gemeinde ist heutzutage fast einheitlich deutschsprachig, wie die folgende Tabelle zeigt:
| Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris | Sprachen in Fideris |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sprachen | VolkszÀhlung 1980 | VolkszÀhlung 1980 | VolkszÀhlung 1990 | VolkszÀhlung 1990 | VolkszÀhlung 2000 | VolkszÀhlung 2000 |
| Sprachen | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil |
| Deutsch | 485 | 98,58 % | 557 | 95,05 % | 565 | 96,42 % |
| RĂ€toromanisch | 6 | 1,22 % | 6 | 1,02 % | 4 | 0,68 % |
| Italienisch | 0 | 0,00 % | 2 | 0,34 % | 3 | 0,51 % |
| Einwohner | 492 | 100 % | 586 | 100 % | 586 | 100 % |
Religionen â Konfessionen
Fideris nahm um 1530 die neue (reformierte) Lehre an, die wÀhrend Jahrhunderten dominierte. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung haben sich die religiösen VerhÀltnisse in den letzten Jahrzehnten verÀndert. Im Jahr 2000 gab es 84 % evangelisch-reformierte und 9 % römisch-katholische Christen.
Herkunft â NationalitĂ€t
Von den Ende 2004 599 Bewohnern waren 579 (= 96,66 %) Schweizer BĂŒrger. Bei der letzten VolkszĂ€hlung waren 554 (= 94,54 %) Schweizer Staatsangehörige, darunter sechs DoppelbĂŒrger. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland, Portugal und Italien.
Politik
Der GemeindeprÀsident ist Luca Giger (Stand: 2023).
SehenswĂŒrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Fideris
Als einziges PrĂ€ttigauer Dorf blieb Fideris von den Zerstörungen durch die Ăsterreicher im Jahr 1622 verschont, so dass im Dorfkern eine Reihe stattlicher BĂŒrgerhĂ€user erhalten geblieben sind.
âą Das Haus Gujan entstand aus einem Wohnturm des 11. Jahrhunderts.
âą Die 1461 errichtete reformierte Kirche prĂ€sentiert sich â abgesehen vom 1740 umgebauten Turm â als Bau der SpĂ€tgotik mit netzgewölbtem Chor und Wandmalereien aus der Bauzeit.
⹠Ehemaliges Haus ValÀrcite-ref-8[8]
⹠AufnahmegebÀude der RhBcite-ref-9[9]
âą Beim Weiler Strahlegg steht die Ruine der gleichnamigen Burg Strahlegg. Von dem ins 13. Jahrhundert datierten Bau sind noch der Stumpf des Hauptturms und Mauerreste des Wohntraktes vorhanden.
Literatur
âą Otto Clavuot: Fideris. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 12. Januar 2005.
âą Erwin Poeschel: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons GraubĂŒnden II. Die Talschaften Herrschaft, PrĂ€ttigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1937. DNB 811066703.
Weblinks
Commons
: Fideris
â Sammlung von Bildern und Audiodateien
âą Offizielle Website der Gemeinde Fideris
âą Fideris Tourismus auf praettigau.info
âą Mundart PrĂ€ttigau â Fideriser Mundart, gesprochen von Conradin Gujan (1988), auf srf.ch
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. â Fideris GR (PrĂ€ttigau / Davos) in: Andres Kristol & al., Dictionnaire toponymique des communes suisses â Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen â Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, UniversitĂ© de NeuchĂątel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Ăditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 354.
cite-note-hls-66. â Otto Clavuot: Fideris. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemĂ€ss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons â Namensnennung â Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
cite-note-grc-77. â Peter Nichols Richardson: German â Romance Contact. Name-giving in Walser settlements, Amsterdam 1974, ISBN 90-6203-221-4, S. 29.
cite-note-88. â Kantonsbibliothek GraubĂŒnden. Ehemaliges Haus ValĂ€r (Foto) (Memento vom 18. Januar 2022 im Internet Archive)
cite-note-99. â Kantonsbibliothek GraubĂŒnden. AufnahmegebĂ€ude der RhB (Foto) (Memento vom 18. Januar 2022 im Internet Archive)